„Streichkonzert – Con brio ohne Kohle“, Marc Voglers Oper am 15. Januar in Gelsenkirchen

Marc L. Vogler, ein 17-jähriger Komponist aus Gelsenkirchen und Abiturient des Max-Planck-Gymnasiums, präsentiert am 15. Januar im Kleinen Haus des Musiktheaters im Revier Gelsenkirchen seine moderne Satire-Oper Marc Vogler, ein zweiaktiges Werk, welches sich als eine Art „Oper über die Oper“ kritisch mit der Zukunft unserer lokalen Musikkultur in Anbetracht von Orchesterschließungen und Zukunftsängsten junger, ambitionierter Musiker auseinandersetzt. 12 Solisten begleitet von 2 Klavieren und einem Kammerorchester werden Arien, Szenen und Instrumentalwerke aus der Oper uraufführen, Marc Vogler führt als Moderator durch den Abend und das Stück. Die facettenreich grenzüberschreitende Musik reicht von klassisch-barocken Klängen über Elemente der Gegenwartsmusik bis hinein in die Avantgarde, symbolisch für die obligatorische Vielfalt eines Berufsmusikers. Es entsteht eine rasante, zwischen Verismus und Surrealismus oszillierende Komödie, die mit ihren dynamisch-komplex ineinandergreifenden Handlungsebenen und ihrer mannigfaltigen Figurenkonstellation auf der einen Seite künstlerische Eigeninitiative fördern sowie auf der anderen Seite das zunehmend konservatisierte Genre ‚Oper‘ revitalisieren und insbesondere in einer jüngeren Zielgruppe popularisieren soll. Szenisch-technische Effekte ergänzen den Präsentationskontext zu einem umfassenden und zweifelsohne außergewöhnlichen Opernerlebnis! Der Eintritt ist frei, Spenden sind erbeten.

In der Handlung steht der junge Samuel, genannt Sam, kurz vor dem Studium und sein Traum ist es, eine Karriere als Musiker zu starten. Sein Vater Dimitri, ein ewig mit seinem Beruf unzufriedener, zweiter Geiger, der kurz vor der Kündigung aufgrund der Auflösung des Orchesters seitens des Bürgermeisters steht – das Genre Oper sei seiner Meinung nach nicht mehr am Puls der Zeit orientiert, finanzielle Mittel werden gekürzt – verbietet ihm ein Musikstudium und will ihn von seinem Traum abbringen. Er, dessen Leben von einem auf den anderen Tag zusammenbricht und der verzweifelt miterlebt, wie sein Sohn scheinbar in dasselbe Unglück läuft, vertritt wie weitere Nebenfiguren die klassischen Klischees, dass man anstatt Musik lieber etwas „Gescheites“ studieren solle. Doch überzeugt von seiner Vision studiert Sam heimlich Musik, während seine Eltern annehmen, er hätte mit Jura den vernünftigen Weg gewählt. Parallel zu dem sich entwickelnden Konflikt zwischen Vater und Sohn wird die Orchesterauflösung immer realistischer und allein das kulturinteressierte Publikum ist die letzte Instanz, die dem entgegenwirken kann.

 

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